Festgottesdienste zur Konfirmation: „Gott sieht, was im Herzen ist“
Eine Partnerschaft der Dreifaltigkeitskirche und der Paul-Gerhardt-Gemeinde
Am 1., 2. und 3. Mai 2026 feiern wir die Konfirmation der 47 Jugendlichen des Konfi-Kurses 2025/2026.
Mit einem feierlichen Einzug, angeführt von der evangelischen Jugend und dem Kirchenvorstand, begannen die diesjährigenKonfirmationsgottesdienste in unserer Gemeinde. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Gemeinde die Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie ihre Familien und Gäste von nah und fern herzlich willkommen hieß. Für einen besonders bewegenden musikalischen Auftakt sorgte Emma Schwaiger mit ihrer Interpretation von „Here I Am to Worship“, einfühlsam begleitet von Dr. Michael Brüchert am Klavier und Friederike Fink an der Orgel.
Die Predigt griff den Gedanken auf, dass es heute eher die Ausnahme als die Regel ist, als Christin oder Christ im Alltag erkennbar zu leben. „Aber ihr habt gespürt, dass ihr gerufen wurdet“, so die zentrale Botschaft an die jungen Menschen. In einer Zeit des medialen Überflusses, in der es oft mehr darum geht zu zeigen, wer man ist, als zu fragen, wo Gott ist, setzt der Glaube einen anderen Akzent.
Passenderweise war der am häufigsten gewählte Konfispruch in diesem Jahr ein Vers aus dem 1. Buch Samuel: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, aber Gott sieht, was im Herzen ist.“ Dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst. Es sei eine große Freude zu sehen, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden ihre Herzen geöffnet haben und dadurch als Gruppe eng zusammengewachsen sind. „Das gibt Hoffnung“, betonte die Predigt.
Die jungen Menschen wurden ermutigt, „ehrliche, mutige und barmherzige Herzen“ zu bewahren und dabei im Sinne des Doppelgebots der Liebe auch auf die Herzen ihrer Mitmenschen zu achten, ohne sie zu manipulieren. Die Parallele zu König David, der schon in jungen Jahren auserwählt wurde, verdeutlichte: Auch ihr seid auserwählt, mit all euren guten und auch herausfordernden Eigenschaften. Gott sucht keine perfekten Menschen, sondern Herzen, die für ihn offen sind. Der Appell lautete daher: „Lasst euch stärker von Gott beeinflussen als von KI, Insta und Co. Seid offen für Neues und schaut hinter die Fassaden, denn Gott sieht in eure Herzen.“
In einem anrührenden Moment überreichten die Konfis ihren Eltern und Paten als Zeichen des Dankes je eine weiße Rose. Darauf folgten das gemeinsame Bekenntnis und die Konfirmation. Nach der Lesung aus Matthäus 28, 18-20, in der Jesus seine Jünger in die Welt sendet, kam der innige Moment der Einsegnung. Für jede und jeden wurde der persönliche Konfispruch von den Jugendleitern vorgelesen. Anschließend wurde den Konfirmierten als sichtbares Zeichen eine Stola umgelegt, die sie während ihrer Konfizeit selbst gebatikt hatten, und ein Kreuz als Geschenk überreicht.
Die Gemeinde versprach feierlich, die Neukonfirmierten auf ihrem weiteren Lebens- und Glaubensweg zu unterstützen. Der Vertrauensmann des Kirchenvorstandes gratulierte im Namen des gesamten Gremiums. Nach dem abschließenden Gebet und Segen zogen die Konfirmierten feierlich aus der Kirche aus, bereit für ihren neuen Weg als mündige Mitglieder unserer Gemeinde.
Beichtgottesdienst der Konfis aus zwei Gemeinden in der Dreifaltigkeitskirche
Am 30. April 2026 feierten die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Paul‑Gerhardt‑Gemeinde und der Dreifaltigkeitsgemeinde gemeinsam ihren Beichtgottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche – einen besonderen und bewegenden Meilenstein auf dem Weg zur Konfirmation.
Musikalisch gestaltet wurde der Abend vom Chor Maranatha unter der Leitung von Barbara Arendt. Die einfühlsame Begleitung an Klavier und Orgel übernahm Markus Guth aus der Paul‑Gerhardt‑Gemeinde. Geleitet wurde der Gottesdienst von Pfarrer Peter Gürth und Pfarrerin Andra Graßmann.
Bereits die Begrüßung setzte einen besonderen Akzent: Mit afrikanischen Klängen eröffnete der Chor den Gottesdienst und schuf eine lebendige, offene Atmosphäre. Nach dem Eingangsgebet erhielt jede und jeder einen kleinen runden Spiegel – begleitet vom Lied „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“. Dieser Spiegel wurde zum zentralen Symbol des Abends.
In der Predigt griff Pfarrer Peter Gürth dieses Bild auf. Er erinnerte daran, dass Menschen sich früher in poliertem Silber oder im stillen Wasser spiegelten. Heute genügt ein Blick auf das Smartphone – Selfie‑Funktion inklusive. Wir betrachten uns gern, nutzen Filter und zeigen anderen, was wir tun und wer oder was wir scheinbar sind. Dieses ständige Vergleichen kann jedoch dazu führen, dass wir unzufrieden oder neidisch werden.
Ein positives Selbstbild, so Pfarrer Peter Gürth, bekommen viele zunächst von ihren Eltern. Doch es dauert nicht lange, bis wir nach Leistung bewertet werden – oft symbolisiert durch Noten von 1 bis 6. In diesen Spiegeln wird uns schnell vermittelt: Du reichst nicht. Du kannst dich verbessern. Du musst dich optimieren. Das kann auf Dauer belasten und im schlimmsten Fall zu Erschöpfung, Burnout oder Depression führen.
Dem stellte die Predigt einen anderen Spiegel entgegen: Gott selbst. Gott ist der Spiegel, der uns geschaffen hat – fürsorglich, empathisch und gerecht. Ein Spiegel, der nicht bewertet, sondern trägt. „Ich trage dich, auch wenn du unerträglich bist.“ Wenn wir in den Spiegel schauen, sehen wir nur selten etwas Schönes. Doch genau dann dürfen wir den liebevollen Blick Gottes im Rücken spüren – einen Blick, der uns immer annimmt und liebt.
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurden die Konfis eingeladen, ihre mitgebrachten Taufkerzen anzuzünden und am Altar aufzustellen. Anschließend folgte die Absolution – ein besonders inniger Moment, als die beiden Pfarrer*innen den Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie den Gemeindemitgliedern die Hände auflegten.
Nach der Feier des Abendmahls klang der Beichtgottesdienst mit wunderbarem Chorgesang aus, der sich mit den einfühlsamen Klavierklängen abwechselte. Ein ruhiger und zugleich kraftvoller Abschluss eines tiefgehenden Abends.
Die Konfirmation kann kommen.
